Schildmaid

hardboiled escapism

1000

mit 8 Kommentaren

Es gibt solche Momente, Momente der Epiphanie, der großen Erleuchtung, die ich selbst kaum fassen kann:

Heute Abend ist mir zum Beispiel bewusst geworden, dass ich seit 33 Tagen nicht mehr rauche. Ja, meine Güte, was sind schon 33 Tage? Ist doch gerade mal ein schlapper Monat, oder? Ist doch gar nicht so viel.

Aber: Wenn ich mir überlege, wie viele Zigaretten ich in dieser Zeit nicht geraucht habe, dann… ja dann…

dann wird das plötzlich die unfassbare Menge von locker mal eben 1000 Zigaretten! Das erscheint mir gerade so dermaßen unglaublich! Wie kann ich mir eine solche Menge vorstellen? Was ist das? Ein gelber Wertstoffsack voll? Ehrlich, ich habe keine Ahnung. Mir fallen noch nicht einmal absurdere Vergleiche ein. Jedenfalls nicht mehr heute Nacht. Und das will schon was heißen, denn im absurde Vergleiche einfallen lassen bin ich eigentlich ziemlich gut. Aber bei 1000 Nichtgerauchten muss ich einfach mal in Erstaunen verharren.

Und vor lauter Erleichterung tief Luft holen, weil ich diese 1000 nicht rauchen musste.

*freufreuundjubilier*

Geschrieben von Schildmaid

Juli 11, 2009 um 1:55 am

Veröffentlicht in Gemischtwarenladen

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8 Antworten

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  1. :) Fantastisch!

    Mir wurde damals, je länger ich nicht geraucht habe, immer mehr bewusst, wie absurd das Rauchen ist. Menschen zu sehen, die immer unruhiger wurden alle ein oder zwei Stunden, “Lungenschmacht” hatten und eilig nach draußen rannten, um “eine zu rauchen”, war irgendwann sowas von merkwürdig.

    Oder meine damalige Kollegin, die Nichtraucherin war, endlich zu verstehen :D

    Auch diese Diskussionen über das Rauchverbot konnte ich zwar aus der Sicht der Raucher verstehen, schließlich ist für einen Raucher die Bierkippe kaum wegzudenken. Als Nichtraucher hing man daneben und wusste, dass es sehr gut ohne geht. Auch ohne Einbußen bei Genuss oder Geschmacks. Und dass die Kippe was mit Gemütlichkeit zu tun hat, glaubt man schon gar nicht mehr…

    Irgendwann ging der Blick eher mitleidig auf die Süchtigen. Auf die, die jammern über das Gehalt, aber jeden Monat 120 Euro in die Luft pusten. Und dann ging immer wieder der Blick auf meine Liste der Nichtgerauchten. Dort steht mittlerweile 35.480 Stück und 7805 Euro (bei 22 Cent pro Zigarette… Utopisch heute, oder?) Und das sind einige verdammt geile Urlaube, Bücher, ein Laptop, Konzerte und sonstiger Schnickeldi. Und die hab ich doch lieber um mich herum, als Fluppen.

    wortteufel

    Juli 11, 2009 um 10:10 am

  2. Noch suche ich den Absprung. Der letzte unfreiwillige Verzicht nach einem kleinen Eingriff hielt immerhin drei Wochen, bis ich mir dann sagte, ich könne ja jederzeit wieder aufhören :roll:

    1000 Kippen sind schon mal ein guter Anfang. Glückwunsch! :-)

    Insgeheim hoffe ich ja, dass ich es dieses Jahr auch noch schaffe – wobei das sehr speziell sein dürfte, ins Ausland zu fahren und dort unter der Bedingung zu wohnen, dass die Gastgeber mich rausschmeißen dürfen, sobald sie mich beim Rauchen erwischen. Mal sehen, ob das klappt.

    bee

    Juli 11, 2009 um 10:23 am

  3. jubilare. 1.000 ist eine feine Zahl. Toll, dass Du dran bleibst. Wie ergeht es dem Liebsten?

    ruediger

    Juli 11, 2009 um 4:05 pm

  4. Und das tolle an so Zahlen: Man hängt einfach nur eine “0″ dran und schon hat man das nächste Ziel. Aber das schwerste hast du ja nun hinter dir. Jetzt noch 2 oder 3 Monate ohne Zigarette, und du wirst eine völlig neue Geschmacks- und Geruchswelt entdecken. Zwar dürfte sich dein Geschmacksempfinden schon geändert haben, aber da kommt noch mehr! Freu Dich! ;-)

    Ich freue mich seit fast 7 Jahren, dieses Jahr mache ich also die 100000 voll. :-)

    skriegel

    Juli 11, 2009 um 6:36 pm

  5. auf die nächsten 1000 NICHT gerauchten! :)

    claudy

    Juli 12, 2009 um 6:44 pm

  6. @wortteufel: Geez, Deine Liste der Nichtgerauchten ist ja beachtlich! Respekt!
    Absurd ist das trefflichste Wort, das mir dazu auch einfallen würde. Hirnrissig oder schizophren könnte auch passen, denn rate mal, wo ich auf Norderney die meisten Raucher sehen konnte? Richtig: Vor der Lungenklinik! Also, wenn das nicht hirnrissig oder absurd ist, dann weiß ich auch nicht… *kopfschüttel*

    @bee: Tut mir leid zu lesen, dass Du Dich immer noch nicht getraut hast, Deine letzte Zigarette zu rauchen.

    @ruediger: Wieso denn dran bleiben? Ich habe beschlossen, eine Nichtraucherin zu sein und da das so dermaßen way easy ist, sehe ich keine Veranlassung dazu, daran etwas zu ändern. *lach*
    Meinem Liebsten ergeht es derweil auch sehr gut. Sicher, manchmal kommt der Gedanke, jetzt eine rauchen zu wollen: Dann sagen wir uns “Und jetzt eine rauchen!” und dann lachen wir uns schlapp, weil dieser running gag einfach zu köstlich ist. Ist schon fein, dass wir zusammen angefangen haben, Nichtraucher zu sein. *freu*

    @skriegel: 100 000 ist ja mal auch äusserst beachtenswert, wow! Ich wusste ja gar nicht, dass Du jemals geraucht hast. Habe Dich schon immer als Nichtraucher gesehen.
    Wieso habe ich das Schwerste hinter mir? Die ersten paar Tage waren anstrengend, weil ich mich wie auf Dro.ge gefühlt habe mit meiner unanständig guten Laune, die mir der Nikotinentzug beschert hat. Aber danach war eher alles piece of cake.
    Mit der Geruchswelt hapert es leider gewaltig; mein Heuschnupfen macht mir da einen Strich durch die Rechnung. Aber zum Thema Geruch und Geschmack weiß mein Liebster erstaunliche Dinge zu berichten!

    @claudy: Ja, auf die Nächsten und alle Folgenden auch! *lach*

    Schildmaid

    Juli 12, 2009 um 10:20 pm

  7. Doch, glaub ich sofort. Der WTM hörte damals auf mit Rauchen, als er nach einer OP in den Krankenhausflur ging, dort rauchen wollte – und nach ihm eine Halbtote (klingt fies, aber sie sah echt so aus: kreidebleich, abgemagert, kraftlos, die sich nur durch Festkrallen an ihrem Tropfständer, der vollhing mit allerlei Zeuchs, fortbewegen konnte) in den Flur kam und sich zitternd eine ansteckte, dann keuchend inhalierte.

    Er machte sofort die Zigarette aus und rauchte danach nie wieder.

    wortteufel

    Juli 13, 2009 um 4:34 pm

    • Und ich dachte immer, dass abschreckende Beispiele eher zum “Oh Schreck, jetzt muss ich dringend eine rauchen!” führen würden. Die Halbtote muss ja sehr überzeugend gewesen sein.

      Schildmaid

      Juli 14, 2009 um 10:28 pm


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