Ha, ich habe gestern Abend wieder ein neues Wort gelernt, dass meiner Meinung nach dringend auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Wörter gehört: Maleschen.
In einer kleinen Raucherpause während des Rockens fachsimpelten wir über die Schwierigkeitsmodi des Spieles „Rockband“.
Chefgitarrist: „Also, wenn Du den song auf „expert“ spielst, gibt das nur Maleschen.“
Merke: Maleschen bedeutet Ärger oder Unannehmlichkeiten. Das kommt bestimmt aus dem französischen „malaise“. Da bin ich mir sicher.
Aber nagelt mich nicht darauf fest, sonst könnte ich in die Bredouille kommen, wenn dem nicht so ist.
Na, wenn das jetzt keine geschickte Überleitung zum nächsten Wort auf der Liste der bedrohten Wörter ist, dann weiß ich das auch nicht.
In die „Bredouille“ geraten ist auch so wunderhübsch altmodisch, und bedeutet „in der Klemme stecken“, „in die Patsche geraten“, oder einfach nur „in Verlegenheit geraten“. Und das wäre mir ganz und gar nicht „kommod“.
Hiermit wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende.
Oh, falls ihr am Sonntag Abend Lust auf ein Rätsel über Redensarten verspüren solltet, dann schaut einfach beim Herrn Cutter vorbei. Ab 20 Uhr dürft ihr dort Rede und Antwort stehen.
Tags: bedrohte Wörter

April 25, 2009 um 9:47
das Wort kannte ich bis dato noch gar nicht, klingt aber schön für das was es eigentlich bedeuten soll.
Gleichfalls ein feines, möglichst pollenarmes und zugleich puschelreiches Wochenende.
April 25, 2009 um 4:23
Ich kenne Malessen, ist vielleicht regional abgewandelt
April 25, 2009 um 5:38
Ich kenne das Wort in der Abwandlung: Malessen (noch etwas näher am Wortstamm).
Tolle Serie übrigens!
Mai 26, 2009 um 3:03
Also, mir persönlich ist ‘Maleschen’ durchaus geläufig. Mir kam es heute in den Sinn, als ich über meine derzeitige Situation nachdachte. Da wären Worte wie ‘Probleme’, ‘Schwierigkeiten’ oder ‘ungünstige Umstände’ viel zu euphemistisch, ‘In der Scheisse stecken’ ist es aber noch nicht so ganz. So fiel mir ein: Ja, ich hab im Moment echt Maleschen! Mit dem Auto!
Mein Auto macht echt Maleschen!
Nach gerade mal einem Drittel der Reise geht es auf der Autobahn, linke Spur bei durchaus moderaten 140km/h im dichten Vatertagsreiseverkehr einfach aus. Kein BLÄMM! oder KNARTZ! oder SCHRUUUUMMMCHHRR, sondern einfach aus. Das ist nicht lustig!
Mir gelang es aber, die akute Lebensgefahr von meinen mir in diesem Moment Schutzbefohlenen abzuwenden und die Standspur zu erreichen. ADAC kam auch gleich nach 10 Minuten und diagnostizierte Zahnriemenriss, den er mir überzeugend präsentierte, indem er die Zahnriemenabdeckung ohne Werkzeug aufdröselte und mir den Blick auf ein gut geöltes Zahnriemenrad mit etwas locker darauf rumschlabberndem Gummi zeigte, daß ich ihm nicht zu widersprechen wusste. Abschlepper gerufen, 160 Euro in Bar, weil das kann auch der ADAC-Fredi nicht wieder hinbasteln. Aber der hatte die Nummer vom Abschlepper. Und dieser die Nummer von der Werkstadt. Autovermietung mit Firmenrabatt gleich um die Ecke, also mit einem ‘Grande Punto’ weitergefahren. Dafür kauft man sich ja einen Alfa Romeo! Menno! Mit einem Alfa Romeo hat man nur Maleschen! Zum Glück fand sich noch ein Unfallwagen
und so kann ich für einen Geldbetrag, den ich gerade noch auszugeben vermag, mein Auto wiederbekommen. Tolle Wurst. Aber immerhin!
Wenn man sich einen Alfa kauft, dann weiß man, daß man damit nur Maleschen hat.
Weil mir dieses Wort so komisch, aber trotrzdem so geläufig vorkam, googelte ich danach und landete Hier.
„Bredoullie“ hingegen bedeutet etwas ganz anderes.
„Eine brenzlige Situation“
In der sofortiges Handeln vonnöten ist.
„Wenn der Arsch auf Grundeis brennt!“
(Eine Redewendung übrigens, die ich bis heute nicht verstanden habe)
In diesem Sinne!
Mai 26, 2009 um 10:52
Hallo Baku, danke für Deinen ausführlichen Kommentar.
Es tut mir sehr leid zu hören, dass Dein Auto gerade Maleschen macht. Ich drücke Dir die Daumen, dass alles smart über die Bühne gehen wird und bin erst einmal nur froh, dass Ihr heil die Standspur erreichen konntet.
Mir ist einmal auf dem Weg nach Saarbrücken ein Reifen geplatzt, kurz vor irgend so einem wüsten Kreuz mit heftig viel Verkehrsaufkommen. Aaargh! Ich war froh, gerade hinter einem LKW zu stecken und langsam vor mich hin zu zockeln. So konnte ich gleich auf die Standspur wechseln. Nicht auszudenken was hätte geschehen können, wenn ich auf der linken Spur gewesen wäre! *grusel*
Das wäre dann auch übelste Bredouille gewesen…
Juni 19, 2009 um 12:07
Jojo… Es ging ja auch nur um Maleschen, und da hatte ich mittlerweile genug mit der Karre von, aber nun steht sie wieder generalüberholt vor der Tür (wofür ich annähernd den Kaufpreis nochmal entrichten durfte, bin ja aber selber Schuld, so ein Auto kauft man einfach nicht) brubbelt wie ein Kätzchen und geht ab wie dem Schmidt seine. Für die nächste Zukunft erwarte ich höchstens noch Fisematenten aller Art, aber wenn man das vermeiden will, darf man keine Alfa fahren!
In diesem Sinne!
Mögen uns die Bredouillen erspart bleiben!
Grüßt
Baku