Schildmaid

hardboiled escapism

Wiesel und die Sternwarte

mit 7 Kommentaren

Eigentlich wollte sich das reisende Blogwiesel schon heute Mittag auf den Weg machen, doch dann las es eine E-Mail und erfuhr, dass heute die Sternwarte hier in Göttingen “Tag der offenen Tür” hat.

Offene Türen sind für das Wiesel ja wie ein gefundenes Fressen, offene Türen wollen eingerannt werden, denkt sich das Wiesel. Geschlossene Türen einzurennen ist ja auch Blödsinn; und tut weh. Wieselflink führte unser Weg am frühen Nachmittag zur Sternwarte. Frisch restauriert haben sie das gute alte Gemäuer, das muss natürlich der Öffentlichkeit und einem Wiesel präsentiert werden. Ansonsten ist es der Öffentlichkeit nicht zugänglich, da dort schlaue Köpfe hochwissenschaftlich arbeiten und nicht gestört werden wollen. Nur heute durften normal denkende Menschen hinein. Weshalb sie mich eingelassen haben, ist mir allerdings schleiereulenhaft…

Wiesel, Sternwarte, EingangsportalHier seht ihr das Wiesel vor der Sternwarte, das unglaublich schicke Eingangsportal und das Wiesel, wie es sich in der alten Bibliothek in geschichtsträchtigen Regalen räkelt. Dort hat damals der Herr Gauß seine Bücher gelagert; und von hier aus gelangen wir über eine extrem enge alte Wendeltreppe in die Kuppel der Sternwarte…

in der Kuppel der Sternwarteda schaut das Wiesel erst einmal dumm, wie dunkel das dort oben ist. Zu sehen sind das alte Teleskop, mit dem schon der Herr Gaus in den nächtlichen Himmel geguckt hat und der Beobachtungsstuhl, auf dem er wohl auch gesessen haben wird. Tja, und heute saß das Wiesel darauf. Wiesel auf der Popoablage der Geschichte. Ist doch ein Knüller, nicht wahr? Dem Wiesel hat es jedenfalls gefallen.

Wiesel und der NullpunktHier seht ihr, wie das Wiesel den Nullpunkt bestaunt. Dieser ist durch die kleine Kugel symbolisiert. Gauß hatte vom König von Hannover den Auftrag erhalten, Norddeutschland zu kartographieren und da er für seine Berechnungen einen Ausgangspunkt brauchte, legte er ihn hier in der Sternwarte fest.

Auf dem zweiten Bild seht ihr, wie das Wiesel einen kleinen Jungen kennen gelernt hat. Der durfte gerade für die Schule ein Referat über die Sternwarte halten und konnte dem Wiesel mächtig viel erklären. So lernte das Wiesel, dass diese kuriose Apparatur ein Meridian Kreis ist, der genau über dem Nullpunkt stand. Heute ist nur noch das Rad erhalten. Das Teleskop ist verschollen.

Und so verschollen wie das Teleskop ist nun auch das Wiesel. Gleich nach dem Ausflug zur Sternwarte nahm es den Weg zur Post, küsste mir die Abschiedstränen vom Gesicht und weg war es.

Gute Reise, Wiesel. Komm heil an, wo auch immer du hin willst…

Geschrieben von Schildmaid

November 21, 2008 um 7:06 pm

Veröffentlicht in Gemischtwarenladen, Wiesel, reisendes Blogwiesel

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7 Antworten

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  1. Das Wiesel scheint ein kleiner Hobby-Astronom zu sein, hier war es ja auch schon auf der Sternwarte und – man erinnere sich – drauf und dran, den ersten bewieselten Raumflug mitzumachen. ;-)

    Ich bin ja so gespannt, wo es als nächstes auftauchen wird!

    zimtapfel

    November 21, 2008 um 9:03 pm

  2. Stimmt, ich erinnere mich. Deshalb fühlte sich das Wiesel in unserer Sternwarte auch gleich so wohl… es konnte ja Vergleiche anstellen. :-D

    Schildmaid

    November 21, 2008 um 9:11 pm

  3. Mensch, so`n Wiesel ist aber auch `ne feine Sache.

    unterholzbewohner

    November 22, 2008 um 10:08 am

  4. Dieses Wiesel besonders, Frau Unterholz, und das beste daran: Irgendwann kommt es zu jedem Blogger, der es bei sich aufnehmen möchte. ;-)

    zimtapfel

    November 22, 2008 um 11:49 am

  5. Ja, jede sollte solch ein Wiesel haben! :-D

    Ich war ja immer total neidisch auf die VTM (= verrückte Tante Maude, aus der Eddie Dickens Trilogie von Phillipp Aardagh) und habe mich letztes Jahr zu Weihnachten gefreut wie ein kleines Kind, als mein Liebster mir ein Wiesel schenkte! :-D

    Schildmaid

    November 22, 2008 um 12:32 pm

  6. Ahhhhhhhhhhhhhhhhhh :D

    Und oh :( Wieselabschied! (((((Maid)))))

    Aber es ist immer schön, wenn man dann wieder lesen kann, wo das Wiesel auftaucht. Ich finde, die Wiesel-Verbindung zwischen einander bislang nur virtuell bekannten Menschen etwas so schönes, das wärmt mein Herz.

    weltdeswissens

    November 23, 2008 um 7:53 pm

  7. Oh Danke, ich fühle mich gedrückt. :-)

    Das Wiesel fehlt mir. Die Wohnung ist irgendwie leerer. Findet auch mein Wiesel. :-(
    Aber ich habe heute Abend einen lieben Anruf bekommen: Das Wiesel hat wohlbehalten seinen Bestimmungsort erreicht. :-) Sehr fein.

    Schildmaid

    November 23, 2008 um 9:07 pm


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