schlechtes timing
So, da habe ich heute nun im Schweiße meines Angesichtes die verdammten vier großen Fenster im Wintergarten geputzt. Seit Wochen gehen die mir auf die Nerven, seit Wochen drücke ich mich vor der Putzaktion. Rede mir ständig ein, dass Fensterputzen total überbewertet wird, ärgere mich aber doch. Schön blöd. Also: Ran an die dreckigen Biester.
Das zweit Schlimmste am Fensterputzen ist für mich, dass ich mir erstmal den Weg frei kämpfen muss: Pflanzen auf den Fensterbänken, Pflanzen auf kleinen Tischen vor den Fenstern, Stühle rücken, Tische rücken, abgestorbene Blätter zusammen kehren… ja es dauert seine Zeit, bis zwei der vier Fenster frei zugänglich sind.
Doch dann steht mir das Schlimmste bevor: Die Oberlichter. Wäre ja schön, wenn ich diese auch so einfach öffnen könnte wie die großen Fenster, aber nein, nicht doch, sie lassen sich nicht öffnen! Welcher gehirnamputierte und nachdenkbefreite Mann hat die eigentlich erfunden? Denn eines ist mal klar: Das kann ja wohl nur ein Mann gewesen sein, der für diese Untat/Erfindung zur Verantwortung zu ziehen ist! Einer, der noch nie in seinem erbärmlichen Leben ein Fenster bzw Oberlicht putzen musste (das hat wohl immer seine Frau für ihn erledigt).
Und so stehe ich dann da, einen Fuß auf der Leiter, einen Fuß auf der Fensterbank und versuche, meine 1,84 m Körpergröße in den Fensterrahmen zu quetschen, um an diese damn fucking Oberlichter zu gelangen. Immer mit dem Gedanken im Kopf, dass die schlimmsten Unfälle bei der Hausarbeit passieren. Z.B. beim Fensterputzen! Scheiß mieses Gefühl ist das. Ich bin noch nicht einmal schwindelfrei und Leitern gegenüber sowieso äusserst umgehungsfreudig eingestellt. grmpf.
Nachdem also zwei Fenster frisch glänzten, und ich alles pflanzliche und möbeliges Gerümpel wieder an Ort und Stelle hatte, zog da doch glatt eine dunkle Gewitterwolke auf! Na, dann lohnt es sich doch gar nicht mehr, die anderen beiden Fenster anzugehen.
Leider hatte ich mich zu früh gefreut. Die Gewitterwolke machte einen trockenen Abgang und entschied sich, irgendwo weiter östlich ihr gewitterliches Dasein zu fristen. Nun gut, dann also die anderen beiden Fenster auch noch. Wo sich doch meine Entschuldigung gerade verzogen hatte.
Und wieder Tische, Stühle, Pflanzen rücken. Und noch zwei Oberlichter, das ungute Gefühl auf der Leiter und den ganzen Scheiß. Nur gut, dass ich mich hinterher duschen kann, denn mittlerweile roch ich wie ein kleiner Üchel. Kein Wunder bei der Hitze.
Kaum war ich frisch geduscht und sauber wie meine Fenster wieder aus dem Bad heraus, da wurde es draußen dunkel und dunkler. Ich hatte mich also von der Vorhut verarschen lassen: Das eigentliche Gewitter war erst noch im Anzug!
Schlechtes timing halt.
Doch was wäre schon ein schlechtes timing ohne die große Schwester: Das beschissenere timing!?
Ich musste nämlich noch mal dringend los, um Brot zu kaufen. Die drei Scheiben, die ich noch hatte, hätten bei meiner Tochter gerade mal “für den hohlen Zahn” gereicht. Ja, fix auf’s Fahrad, wenn ich mich beeile, schaffe ich das noch trocken nach Hause zu kommen. Soweit mein Plan.
Der Plan der großes Schwester aber war folgender: Ich stehe mit meinem Brot an der Kasse; die Luft, die durch die geöffneten Türen herein strömt, riecht schon nach Regen. Los Kassiererin, beeil dich, dann schaffe ich es noch trockenen Hauptes nach Hause!
Die Kassiererin jedoch erwies sich als Meisterin der Prokrastination! Auf deutsch heißt das: Sie war arschlahm wie eine Schnecke. Nein, eigentlich sind sogar Schnecken schneller.
Als ich endlich an der Reihe war, brach draußen der Wolkenbruch los! Sintflut verdächtig. Wenn ich das geahnt hätte, wäre ich mit einem Boot statt meines Fahrrades losgezogen. Ja, Noah war da schlauer als ich. Das muss ich ja mal neidlos zugestehen.
Binnen von Minuten waren die Straßen überflutet, diese Wassermassen konnte kein Gully aufhalten. Die Autos fuhren rechts ran. Erst, um die Feuerwehren und Notärzte durch zu lassen, dann aus der Einsicht heraus, dass sie sowieso nicht ohne Schaden weiter kommen würden.
Na, Frau Wortteufel: Reicht Ihnen das zur Erklärung eines markanten Wetters?
Ich habe den ersten heftigen Wolkenbruch beim Bäcker ausgeharrt. Fahrradfahren war eh nicht drin, da ich auf Grund der Wassermassen nichts gesehen hätte. Als es dann “einfach nur stark” geregnet hat, habe ich mich auf den Weg gemacht. Um frisch geduscht pitsche patsche nass zu Hause anzukommen.
Schlechtes timing at its best.


murphys law?
dafür aber nun gnaz oben schöne Erdbeeren …
ruediger
Juli 3, 2008 um 10:26 pm
Murphy’s law, § 17b! (Deppen-Apostroph Entwarnung: Es handelt sich um den englischen Genitiv!
)
Ist dieser header nicht zum Anbeißen?! Ich könnte den ganzen Tag darauf starren! Nur um dann Hunger zu bekommen. Egal.
Es handelt sich um einen Bildausschnitt meiner Rhabarber-Erdbeeren-Marmeladen Aktion. Und ich bin mächtig stolz auf dieses Bild! Jawohl.
Schildmaid
Juli 3, 2008 um 10:41 pm
Menno! Ich will auch fieses Gewitter! Hier ist wieder mal alles knochentrocken. Und keine wirklich ernstzunehmende Wolke in Sicht.
zimtapfel
Juli 3, 2008 um 11:33 pm
Er ist definitiv zum anbeißen ….
ruediger
Juli 4, 2008 um 8:05 am
Ich weiß, ich sollte das nicht tun, aber ich muss gerade sehr laut kichern
*sorry*
Schön hier übrigens
wortteufel
Juli 4, 2008 um 9:30 am
@zimtapfel: Hier gibt’s heute auch nur harmlose Wolken. Sonst würde ich dir eine fiese Gewitterige rüber schieben.
@wortteufel: Kicher du nur. Du darfst das!
@all: *SchaleErdbeerenrüberschieb* Lasst es euch schmecken!
Schildmaid
Juli 4, 2008 um 11:32 am
ok. *giggel*
wortteufel
Juli 4, 2008 um 6:44 pm
Jetzt muss ich auch giggeln.
Wird grad ein *gacker* draus…
nun *schlapplach*
Schildmaid
Juli 4, 2008 um 6:52 pm