Archiv für 9. Juni 2008

Irrtümer oder…

Juni 9, 2008

feuert endlich den beschissenen Übersetzer!

Ich blättere mich so seelenruhig durch die Top-Posts bei WP durch; das mache ich manchmal ganz gerne und ich bin auf diese Weise schon auf so manches Blog gestoßen, das sich dann in meiner blogroll wieder fand. ;-)

Heute allerdings stolpere ich über public viewings. Public viewing in schlachmichtot. „Ach, wer ist denn da gestorben?“ denke ich mir und scrolle weiter. XYZ bei public viewing…

Und nun dämmert es auch mir: Da war mal wieder so ein scheiß dummer blöder bekloppter Übersetzer am Werk, der über das Stadium des Grundschulenglischs nicht hinaus gekommen ist und dessen Arbeitgeber entweder kein Englisch kann oder aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage ist, diesen unfähigen Mitarbeiter zu feuern.

Public viewing ist die öffentliche Aufbahrung eines Leichnams bei einer Trauerfeier! Es mag ja sein, dass diese EM ein Trauerspiel werden könnte, aber sie wird sich doch hoffentlich nicht durch Todesfälle  ins Gedächtnis der Menschen einprägen.

Noch ein paar Irrtümer von unfähigen Übersetzern gefällig?

  • Al.di verkaufte vor ein paar Jahren Rucksäcke, die als body bags angepriesen wurden. Body bags sind Leichensäcke. Einen Leichensack für den Wochenendeinkauf der Großfamilie? Och nee.
  • James Brown, the godfather of soul. Wurde seiner Zeit gerne mit „Gottvater des Soul“ übersetzt und hat sich bis heute so in den Köpfen der Menschen fest gesetzt. Godfather ist ein Pate, godmother die Patin. Noch Fragen?

Ich schaue jetzt mal weiter zu, wie die EM zu Grabe getragen wird. :mrgreen:

Ohrwurm II

Juni 9, 2008

Es ist doch erstaunlich, was sich in diesem blog so für ein Getier herum treibt: Eulen, Motten, Mikroben, Bücherwürmer…

Heute ist es mal wieder der Ohrwurm, der zuschlägt. Bislang konnte ich zwei Unterarten dieser Spezies in Feldstudien beobachten:

 

  •  Der lästige gemeine Ohrwurm, wissenschaftlich Ohrwurmikus petulantus genannt, der sich hinterhältig in zotteligen Haarbüscheln versteckt und dort auf seine Gelegenheit lauert, um in einem unbeobachteten Moment mit einem Lied aus vergangener Zeit loszulegen, das sich nur unter schwierigsten Bedingungen wieder loswerden lässt. Gegenmaßnahme: So viele Lieblingslieder wie möglich hören, und das möglichst laut. Wenn der Bass das Zwerchfell vibrieren lässt, hat dieser Ohrwurm keine Chance mehr.
  • Der kleinlaute Ohrwurm, wissenschaftlich Ohrwurmikus parviphonus genannt. Der Name ist irreführend, da auch der kleinlaute OW im Hirn lautstarke Resonanzen hervorbringen kann. Wahrscheinlicher ist Herkunft dieses Namens auf seine leise, fast lautlose Art des Heranschleichens zurück zu führen. Gegenmaßnahme: Das Lied, mit dem sich dieser OW eingenistet hat, so oft wie möglich hören. Das führt bei dem kleinlauten OW zu Langeweile und er zieht sich ebenso lautlos zurück, wie er sich eingeschlichen hat.

 

Heute habe ich es mit dem Ohrwurmikus parviphonus zu tun. Gegenmaßnahme: „Rock the Casbah“ von The Clash.