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Ich krieg die Motten Juni 5, 2008

Posted by Schildmaid in Gemischtwarenladen, Nähkästchengeplauder.
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Wenn mein Bruder und ich in unserer Kindheit unserer Mom in irgendeiner Art und Weise auf die Nerven gegangen sind, dann rief unsere Mom immer: „Mit euch beiden kriege ich noch mal die Motten!“

Da unsere Mom aber eigentlich eine ganz Liebe war, passierte nach diesem Ausruf nicht viel. Ergo kann das doch gar nicht so schlimm sein mit den Motten, oder?

Meinen first contact mit Motten hatte ich vor sieben Jahren. Nach einem milden Winter trudelten im Frühjahr so gegen Mitte/Ende April die ersten Keinschmetterlinge in meine Wohnung ein. Trudeln ist übrigens genau das richtige Wort, denn diese nichtsnutzigen Biester sind nicht gerade als Flugkünstler bekannt. Sie ließen sich an den Wänden nieder, nervten nicht herum und ließen mich auch ansonsten in Ruhe. Ich ignorierte sie.

Dann besuchte mich meine Freundin. „Du, ich will ja nicht nerven, aber ich glaube, dass da an den Wänden sind Motten.“

Ganz sicher war sie sich nicht; Grund genug für mich, diese mysteriösen Kleinschmetterlinge weiterhin zu ignorieren. 

Einige Zeit später öffnete ich meine Sockenschublade: Angefüllt mit selbst gestrickten Wollsocken und…

Achtung: Ab hier wird es eklig, nichts mehr für nervenschwache Gemüter. Weiterlesen auf eigene Gefahr! 

Motten! Tote adulte Tiere, Gespinströhrchen (in denen sie ihre Eier ablegten) und kleine ca. 1 mm große Maden, die sich durch meine Socken in ihr kleinschmetterlinghaftes Leben fraßen. Igitt! Ekelanfall! Aber allererster Güte!

Einige Socken waren noch zu retten, andere fanden ein schnelles Ende in der Mülltonne. Der Wollteppich im Wintergarten musste fluchtartig die Wohnung verlassen, um im Garten auf den Sperrmüll zu warten. Der Kleiderschrank sah selten so übersichtlich gestaltet aus, wie damals. Ich habe mich von einigen Klamotten (dieser Begriff wirkt an dieser Stelle ungewollt komisch! Aber gut. :mrgreen: ) trennen müssen.

Danach ging der Spaß erst richtig los: Socken und Klamotten (ja, lacht nur! :-D ) einfrieren, dann waschen und Löcher stopfen. Die Schubladen und Fächer aussaugen und die Ritzen im Holz heiß föhnen. Es hätten sich ja ein paar Maden darin verkriechen können. Ich hatte jedenfalls gut zu tun.

Bis mir dann mit Grausen einfiel, dass es ja nicht nur Textilmotten gibt, sondern auch Lebensmittelmotten! Doch Dank der Warnung meiner Vormieterin, die oft Probleme mit Lebensmittelschädlingen in dieser Wohnung hatte, habe ich alle Lebensmittel immer schön brav in Dosen und Schraubgläsern gelagert. Damit mir so was Ekliges nicht passieren kann. Ich wähnte mich auf der sicheren Seite, bis ich ein paar Tage später Reis kochen wollte…

8-O Wild zuckende Reiskörner im Kochwasser??? Kreiiiiisch!!!

Ums kurz zu machen: Ich habe noch nie so viele Lebensmittel weg schmeißen müssen wie damals. Trotz luftdichter Dosen und Schraubgläsern.

Wie ich auf dieses Thema komme? Na, ich habe seit Freitag letzter Woche schon 17 Motten erlegt! Sie sind wieder unterwegs, diese Scheißbiester.

Und jetzt gehe ich wohl los und kaufe mir Fliegengitter.

 

Kommentare»

1. Silencer - Juni 5, 2008

Argh, gut das Du es sagst: ich habe in den letzten Nächten auch so kleine Viecher gesichtet. Ich bin nicht sicher was es war, vermute aber Motten.

Gibt es irgendeine Form der Prophylaxe?
Kann man die irgendwie in Fallen locken? Gibt es Duftstoffe oder sowas?

2. Annette - Juni 5, 2008

Es gibt zumindest ein paar Gerüche, die sie vom Kleiderschrank fernhalten sollen, als da wären die von Oma bekannten Mottenkugeln (die soweit ich weiß nach Kampfer duften) aber auch sowas wie Lavendel und Zedernholz. Und es gibt Mottenfallen, in die sie auch mittels irgendwelcher Duftstoffe (möglicherweise mottige Sexualhormone?) gelockt werden.

3. Schildmaid - Juni 5, 2008

@Silencer: Wenn das bei dir Motten sind, dann kann ich mir die Nummer mit den Fliegengittern ja sparen!

Mottenkugeln, Lavendel und Zedernholz bringt gar nichts. Das einzige Mittel der Wahl sind Pheromonfallen. Da bleiben die männlichen Biester dran kleben und können auf diese Weise keine Weibchen beglücken => keine Maden.

Oder macht es wie ich: Ich renne wie eine wildgewordene Banshee mit der Fliegen-/Mottenklatsche in meiner Wohnung herum und töte die Biester wo ich sie nur erwischen kann. Kill, kill, kill…

4. Silencer - Juni 5, 2008

Das neue Fliegengitter hatte sich in einer Ecke losgeribbelt. Das hat wohl ausgereicht um Eindringlinge reinzulassen.

Wo gibt es denn die Pheromonfallen?

5. Schildmaid - Juni 5, 2008

Drogeriemärkte, Waschbär, Reformhaus, Ökoladen oder bestimmt auch in der Herrenboutieke :-D

Also, manchmal habe ich das Gefühl, dass ich die allwissende Müllhalde bin…

6. Silencer - Juni 5, 2008

-> macht sich nachher gleich auf in den Supermarkt.

Vielen Dank für die Auskunft, liebe allwissende Göttin.

7. buchstaeblich - Juni 5, 2008

(denkt wehmütig an diese todschicke Kaschmirkleid zu Zeiten, als sie noch eine Figur hatte)

Ja, und eines Tages war da dieses Loch, und alles, was die kleinen Lieblinge sonst noch so ausmacht…

Erwähnte ich je, dass ich Pheromonfallen liebe?

8. Silencer - Juni 5, 2008

@ Buch: Ja, hast Du. In Deinem Beitrag „Klein im Garten“.
SCNR.

9. fischtante - Juni 5, 2008

Puh, so eine Mottenplage hatte ich auch mal…ich hatte mir einen Pullover am Flohmarkt gekauft – so ein schön dicker Wollpulli aus Tibet (der war sicher aus Yakwolle oder so:-)) – und die Motten bekam ich gratis dazu. Das ganze Ausmaß ihrer Zerstörung bemerkte ich aber erst Monate später – ich packte auch so einiges in die Gefriere, denn wolle kann man ja nicht so richtig heiß waschen…Die Lebensmittelmotten blieben mir auch nicht erspart – ich verwende seither auch öfter Tupperdosen und Gläser zur Aufbewahrung…
Im Gunde genommen sind das aber peanuts – eine gute Bekannte pflegt Echsen und fütterte anfangs gerne mit Heimchen. Sie bekam die Plage nicht in den Griff, überall zirpte es und irgendwann kamen erste fragende Kommentare der Nachbarn, ob sie wisse, was das für Tierchen sind, die sich da in ihren Wohnungen breit machen. Daraufhin holte sie sich Rat und Hilfe vom Kammerjäger, denn da war Schluß mit lustig. Seither füttert sie fast nur mehr Heuschrecken.

10. Schildmaid - Juni 5, 2008

@fischtante: Och, so ‘nen Wollpulli kannst du auch richtig heiß waschen; der passt dann hinterher ganz prima dem Kuschelteddy deiner Tochter :mrgreen:

Und vor Dosen und Gläsern machen diese Biester einfach nicht halt. Als ob sie durch Kunststoff hindurch diffundieren könnten!
Nee, mit Gewürm und kleinen Krabbeltierchen habe ich echt keine Verträge. Ich habe zwar mal mit dem Gedanken gespielt, mir ein Taggecko Pärchen zu zulegen, aber die fressen eben diese Tierchen, die ich nicht ausstehen kann. Das war’s dann ganz fix mit meinen Terrarien Plänen. :-(