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Vermieter und Hausverwaltungen Juni 2, 2008

Posted by Schildmaid in Gemischtwarenladen, Nähkästchengeplauder.
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Irgendwie ist mir heute nach Frust ablassen zu Mute. Und welches Ventil eignet sich dafür besser als Vermieter und deren Hausverwaltungen?

Ich wohne seit 6 Jahren in einem Altbau, der um 1900 erbaut worden ist. Ein schönes Haus. Die Wohnungen haben einen Charme, der nur Altbauwohnungen zu Eigen ist. Und wunderbare hohen Decken. Die sind heizkostentechnisch leider eine Belastung, da wesentlich mehr Raumluft aufgeheizt werden muss, als in Neubauten. Doch darüber will ich nicht meckern. Schließlich weiß ich es mit meiner Körperlänge von 1,84 cm sehr zu schätzen, wenn mir die Decke nicht auf den Kopf fällt, oder ich an jeder Deckenlampe anstosse. Ich habe schon in Wohnungen gewohnt, in denen ich meinen Arm nur ausstrecken brauchte, und mit der flachen Hand unter die Decke fassen konnte. Gut, das erspart mir den Gang auf die Leiter. Um so begrüßenswerter, da ich nicht schwindelfrei bin. Doch es ist ein bedrückendes Gefühl.

Ich schweife ab.

Zurück zur Geschichte: Schon bei der ersten Besichtigung habe ich mich spontan in diese Wohnung verliebt! Alles in mir schrie: “Ja, ja, ja!” Andere Wohnungen fand ich ganz nett, oder nee geht gar nicht, oder auch nicht schlecht. Nur diese hier, die schrie Ja. Manchmal ist das im Leben so.

Und diese Wohnung konnte ja auch nichts dafür, dass sie von solch einer mieterfeindlichen Hausverwaltung verwaltet wurde! Doch das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Nachdem ich den unterschriebenen Mietvertrag in meinen Händen hielt, und die Wohnungsübergabe stattfand, erhielt ich den ersten Eindruck davon, was mich hier wirklich erwartet:

Der schleimige Vertreter/Sachbearbeiter der HV entpuppte sich als zähnefletschender Velociraptor, der kurz davor ist, seine Beute = die Vormieterin zu verspeisen! Himmel, der hat so getan, als ob die bisherige Mieterin für all die Versäumnisse der Sanierung zu verantworten sei. Dabei sollte sie doch einfach nur renovieren. Also die Wände streichen. Und das hatte sie getan.

Interessant wurde diese Übergabe, als es um die Abnahme des Klos ging. Das hatte ich mir vorher nicht so genau angesehen. Was gibt es bei einem Klo auch großartig zu sehen?

Könnt ihr euch noch an diese uralten Klospülungskästen erinnern? Die hoch oben unter der Decke angebracht waren, mit der langen Strippe zum Ziehen? Na los, Oma hatte doch so eine! Strengt eurer Gedächtnis mal ein wenig an!

Solch eine Spülvorrichtung hing hier immer noch. Für jedes bisschen Pipi mussten 5 l Wasser durchgejagt werden. Spülstopp? Fremdwort!

Ich wies meinen Hausverwalter darauf hin, dass eine solch veraltete Spülvorrichtung nicht mehr zulässig sei und er veranlassen möge, diese zu ersetzen. Möglichst noch bevor sie von der Wand fällt, denn die Konstruktion des Ganzen neigte sich bedenklich seiner Endlichkeit entgegen.

Ihr werdet es nicht glauben, was er mir darauf erwiderte! Ich kann euch nur versichern, dass ich hier die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit wiedergebe! Er sagte:

“Diese Spülvorrichtung funktioniert tadellos. Da muss nichts erneuert werden!”

Ich war sprachlos! Mir war durchaus bewusst, dass ich meine Gesichtszüge nicht mehr unter Kontrolle hatte und blickte stattdessen zu Boden…

Eigentlich sollte ich hier an dieser Stelle einen Cliffhanger einbauen… 

Aber so gemein möchte ich heute nicht sein.

…ich blickte zu Boden und sah: Dielenfußboden. Wow, Dielen in einem Klo! Cool. Stilvoll…

Wenn sie denn intakt gewesen wären! Doch diese Dielen waren, auf Grund einer mangelhaften Abdichtung der Kloschüssel, durch jahrelanges Durchnässen so morsch geworden, dass sie durch gebrochen sind! Ein Klovorleger bemühte sich vehement, dieses Manko zu vertuschen. Mit zweifelhaftem Erfolg.

Schildmaid, die ich bin, holte ich zum ersten Schlag gegen den Hausverwalter aus (so dreist sollte der mir nicht davon kommen):

“Oh, hier muss also nichts erneuert werden? Dann soll ich jeden Besucher, der über 70 Kilo wiegt, davon abhalten, das Klo in dieser Wohnung zu benutzen? Sie sehen doch diese morschen und durchgebrochen Dielen? Jede Person über 70 Kilo wird da doch unweigerlich durchbrechen! Soll ich das Klopapier schon mal vorsorglich im Keller positionieren?”

Das Klo wurde saniert. Stümperhaft zusammen geschustert bezeichnet es zutreffender. Über die Dielen wurde eine Pressspanplatte gelegt, ein wenig PVC Belag dient der Verzierung, und darauf wurde die neue Kloschüssel montiert. (Zum Glück nicht die alte! Das hätte ich den Schergen allerdings auch zugetraut.) Ein neuer Spülkasten zierte die Wand, den alten haben sie weggerissen. Bevor er mir auf den Kopf fallen konnte; wie fürsorglich. ;-)

Dummerweise hatte einer der unzähligen Vormieter einmal die tolle Idee gehabt, die Wände des Klos mit Holzlatten zu verkleiden. Immer schön um den alten Spülkasten und dessen Zuleitungsrohre herum. Da diese nun weggerissen worden sind, klaffen große Löcher aus dieser Verkleidung heraus und geben den Blick frei auf: Blümchentapete  aus den 20iger Jahren, pastellfarbener Mustermix aus den 50igern und bröckelnden Putz.

Sagte mein HV dazu: “Hängen sie sich doch ein hübsches Bild davor!”

Seitdem wird jeder auf meinem Klo von den Borg assimiliert. 

Kommentare»

1. wortteufel - Juni 2, 2008

Du bist ganz schön groß.

2. Schildmaid - Juni 2, 2008

Lang. Ellenlang sozusagen. ;-)

Finde ich aber gut. Nur nicht beim Hosen kaufen. Da kriege ich regelmässig die Krise! Weil die Beinbekleidungshersteller der Meinung sind, frau hört bei 1,70 cm auf zu wachsen. :evil:

3. buchstaeblich - Juni 2, 2008

Lieber von den Borg assimiliert als vom darunterliegenden Bad.

4. Silencer - Juni 2, 2008

Resistance is Futile!

5. wortteufel - Juni 2, 2008

Hab ich ja auch. Also aufgehört zu wachsen. Bei genau 1,70 :D