Elternfluch
Als meine Eltern Eltern wurden, damals Ende der 60iger Jahre, haben sie sich als erzieherische Maßnahme vorgenommen, nicht mehr zu fluchen. Sie haben ihre Sache mit dem Erziehen so gut gemacht, dass ich sie äusserst selten habe fluchen hören.
Meine Mom ließ schon mal ein “Ich krieg die Motten!” los oder auch ein “Das ist ja zum Mäusemelken!” Mein Vater fluchte in vermeintlich unbeobachteten Momenten sein unvergleichliches ”Alles Kacke, deine Ellie!”, doch ein Scheiße, Verdammt oder Mist war von ihnen nie zu vernehmen.
Diese Flüche habe ich erst später kennen-und schätzen gelernt. In der Schule, aus Büchern oder auch aus Filmen. Heutzutage sind Scheiße, Mist, Kacke, Verdammt, Himmel Arsch und Zwirn,… inzwischen allgemeiner Sprachgebrauch und als Fluch eigentlich gar nicht richtig zu erkennen.
Wenn ich fluche, dann lasse ich es so richtig krachen; jede weiß dann, was Sache ist, und dass es besser und gesünder ist, mir kurzfristig ganz fix aus dem Weg zu gehen.
Schildmaid flucht: “Alles Kacke, deine Ellie!”
Danke Papa, dass du mich so gut das Fluchen gelehrt hast!
Und nun meine Frage an euch: Wie haben eure Eltern oder auch Großeltern geflucht? Was sind eure Lieblingsflüche?
Bitte kommentiert was das Zeug hält. Ich bin wahnsinnig neugierig auf eure Antworten!


Wenn mein Vater seine Fluchstunde hat lässt er gerne ein “Verfluchte Inzucht” los – und meint damit meist festsitzende Schrauben.
Silencer
Juni 2, 2008 um 8:56 pm
Meine Mutter hat geflucht, wie ein Kesselflicker. Aber immer so nette Sachen wie “Verflixt und zugenäht”, “verdammte Schschsch… Schande” oder “Dammich”.
wortteufel
Juni 2, 2008 um 9:00 pm
oah cool, meine mama flucht heute noch “alles kacke deine ellie”
wo isn das her?! ich lach mich schlapp.
ICH fluche schon in anderen tönen. wenn leute dabei sind lasse ich ein herrliches “schitt” raus. oder ich grolle laut, so “RAAAAAAAAARRRRRHH”, dann wissen se alle bescheid und verstecken sich in der couchritze und hoffen, daß der kelch an ihnen vorüberzieht…
und wenn ich alleine bin, dann verkette ich ich alle schlimmen schlimmwörter, die ich kenne, aneinander, so daß ein einiges langes schimpfwort herauskommt. das klingt dann meißtens so lustig, daß ich lachen muß, und somit hat es den zweck des frustablassens ja eindeutig erfüllt.
ehefrau
Juni 2, 2008 um 10:59 pm
@silencer: dazu fällt mir meine ehemalige Mitbewohnerin ein, die einmal ein völlig erbostes “Fi.ck die Henne!” losgelassen hat. War ich beeindruckt!!!
Meine Mom meinte, dass sei in den 60igern so ein Modespruch gewesen. Irgendjemand hat ihn zuerst gesagt, alle fanden es klasse und dann wurde losgeflucht. Frag doch mal deine Mama, vielleicht weiß sie es ja noch.
@Wortteufel: Dammich gefällt mir. Probier ich mal aus, wie gut sich das flucht.
@ehefrau: Wow, kann deine Mama gut fluchen! Respekt! Ich weiß leider nicht, wo dieser Fluch herkommt (aber er flucht sich verdammt gut!) und meinen Vater zu fragen, hat leider gar keinen Sinn. Altersdemenz.
Schildmaid
Juni 2, 2008 um 11:27 pm
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sOjahund
Juni 3, 2008 um 6:27 am
Ich kann mich nicht wirklich erinnern, meine Mutter lies sich zu einem banalen “Scheiße” oder “verdammte Scheiße” hinreisen, mehr aber auch nicht. Ich glaube auch kaum das man mir diese bewusst vorenthalten haben könnte. Wozu auch, spätestens in der Schule bekommt man das dennoch mit. Richtig zu fluchen hilft den Frust abzubauen, als was solls.
Es gibt keinen Lieblingsfluch für mich, es wird das ausgerufen was mir gerade in den Kopf kommt. Wichtig: immer laut fluchen, sonst hilft es nicht.
ruediger
Juni 3, 2008 um 8:16 am
“Dammich!” flucht sich fast so gut wie das mittlerweile berühmte “Jack-Bauer-DAMMIT!”
Silencer
Juni 3, 2008 um 9:10 am
@sOjahund: ein kryptischer Fluch. Genial! Den würde ich gerne mal gesprochen hören.
@ruediger: Ja, laut bis die Wände wackeln!!!
@Silencer: JB muss noch nicht mal laut fluchen, sein gezischtes DAMMIT überzeugt.
Schildmaid
Juni 3, 2008 um 10:47 am
Vom Opa: Im Namen des Fuchses und des Dachses und des Hühnergeistes!
Ansonsten: Scheiß’ die Wand an! Fick’ dich ins Knie!
Neu gelernte bayrische Gemeinheiten: Kuttenbrunzer (für Pfaffen), Kniabiasler (Hosenpinkler), “Dreck, dreckerter”
buchstaeblich
Juni 3, 2008 um 1:33 pm
@buchstäblich: Scheiß die Wand an!
Der flucht sich aber gut!!!
Schildmaid
Juni 3, 2008 um 2:47 pm
Das ist nicht umsonst mein Meistbenutzter.
buchstaeblich
Juni 3, 2008 um 2:51 pm
[...] Scheiß die Wand an!, ist mir das egal! [...]
Outing « Buchstaeblich seltsam!
Juni 3, 2008 um 3:54 pm
“Scheißdreck blöder” oder “Herrschaft sakra!”
und beim Autofahren ist es halt der obligatorische “Trottel”, den ich so manchem nachrufe.
fischtante
Juni 3, 2008 um 4:38 pm
Meine Güte, könnt ihr gut fluchen. Ich bin stolz auf euch!
So, und jetzt wird weiter geflucht, verdammte Hacke!
Schildmaid
Juni 3, 2008 um 4:48 pm
“Leckt’s mi ollaweil am Oasch” und “Zipfeklatscher” habe ich auch erst kürzlich gelernt, aber ich arbeite noch an der authenstischen Aussprache.
Und immer wieder gern genommenes englisches Lehnwort: “Fuck!”
(weil mein englisches Lieblingstheaterstück “Jeffrey Bernard is Unwell” mit diesem Wort beginnt)
buchstaeblich
Juni 3, 2008 um 5:54 pm
So oft, wie ich fuck und shit sage, gehört das eigentlich schon zu meinem allgemeinen Sprachgebrauch.
Aber nichts desto trotz ist Englisch eine gute Sprache zum Fluchen!
“Ya evil bastard!” Mit schottisch gerolltem Rrrr rockt es so richtig!
Schildmaid
Juni 3, 2008 um 7:43 pm
“Move ya bloomin’ arss!” Eliza in My Fair Lady.
buchstaeblich
Juni 3, 2008 um 8:04 pm
Na, da hast du mich aber fein auf die falsche Fährte gelockt! Denk ich doch dank des Blumenmädchens an “blühende Ärsche”, die sich bewegen sollen. Dabei kann es auch verflixt heißen. *schlapplach*
Schildmaid
Juni 3, 2008 um 8:41 pm
Der “verflixte Arsch” gehörte einem Pferd auf der Rennbahn.
buchstaeblich
Juni 3, 2008 um 10:03 pm