Aquarium, die Anfänge Mai 22, 2008
Posted by Schildmaid in Aquarium, Nähkästchengeplauder.Tags: Aquarium, Hobby
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Ist schon lustig, wie die Fischtante einen ihrer Kunden beschreibt, der ein neues Hobby, ein AQ, in Planung hat! Doch ehrlich gesagt, kann ich vor solchen Menschen, die so verantwortungsbewusst an ihr neues Hobby heran gehen, nur den Hut ziehen. Chapeau!
Jedenfalls brachte mich dieser Beitrag dazu, an meine Anfänge auf diesem wässrigen Hobbygebiet zu denken.
Ich lebte damals zu meinen Studizeiten (Studienfach Biologie, was wohl sonst?) in einer WG, im tiefen Kellereines großzügigen und hellen lichtdurchfluteten Lofts, auch euphemistisch Souterrain genannt. In Mitten des Winters überfiel mich auf Grund des Lichtmangels die alljährliche Winterdepression. Draussen war es kalt und grau, und in meinem Zimmer dunkler und grauer. Eine zusätzliche Lichtquelle musste her. Normale Menschen gehen dann in ein Geschäft, das geeignete Leuchtmittel feil bietet. Nicht so eine studierende Biologin! Nein, ich kam auf die Idee, dass ein AQ genau das Richtige für mich wäre.
Akuter Platz-und Geldmangel bescherten mir ein 60 l Becken, gebraucht, aber mit Abdeckung, kleinem Filter und Heizstab; Bezahlung: Ein Paar selbst gestrickte Socken. Die Leuchtstoffröhre habe ich neu gekauft. Hat richtig Geld gekostet. Damals, in D-Mark. Den Kies hatte ich aus dem nahe gelegenen Kiessee geklautgekauft. Die Wasserpflanzen, die ich brauchte, habe ich aus der nahe gelegenen Schule, die ein AQ in ihrer Eingangshalle hat, entwendetpekuniär beglichen. Der Hausmeister erhielt eine Flasche Wein.
So stand es also da: Mein Aquarium. 60 Liter. Verschiedene Echinodorus Arten (überwiegend „bleheri“) und eine Anubias barteri. An Fische war nicht zu denken; die kosten ja Geld. Testflüssigkeiten um die Wasserwerte zu ermitteln? Ach, vergesst es! Das kostet doch Geld…
Bodendünger? Eisendünger? Fremdworte! Hatte ich in meinem Studium noch nichts von gehört. Ich präparierte Zellen. Die gemeine Küchenzwiebel war meine Freundin.
Aber meinem AQ ging es gut. Die Pflanzen wuchsen und gediehen. Die SchneckenPflanzen, die ich mir beim Hausmeister gekauft habe, sorgten für Bewegung. Und die Insektenlarven, die Dank des Kieses aus der Kiesgrube ihren Weg in mein Becken gefunden hatten, würde ich im nächsten Semester im Zooologiepraktikum kennen lernen…
Ihr interessiert euch für eine Fortsetzung?
Sagt Bescheid, und ich werde daran arbeiten.
Selbstzweifel Mai 22, 2008
Posted by Schildmaid in Gemischtwarenladen.2 comments
Klingelt es gerade an der Haustür. Steht da ein Vertreterlein vor mir. Klein, geschniegelt, müffelt wie ein Moschusochse zur Brunftzeit und murmelt mich an:
„Murmel Name murmelmurmel Festnetz murmel.“
Schildmaid: „Entschuldigen Sie bitte, ich habe Sie nicht verstanden.“
„Murmelmurmel Name murmel viel günstiger murmel, bestimmt auch für Sie.“
Schildmaid: „Von welchem Festnetz sprechen Sie denn?“
„Murmelmurmel Telephon.“
Schildmaid: „Ach so, nein Danke, ich benötige keine Informationen, ich bin bestens versorgt.“
„Darf ich fragen murmel, murmel Anbieter?“
Schildmaid: „Ach, fragen dürfen Sie gerne, aber Sie erhalten keine Antwort!“
Ich werfe ihm mein waffenscheinpflichtiges Lächeln entgegen und schließe die Tür.
Und nun sitze ich hier und frage mich, seit wann ich zu Vertreterlein so nett bin? Liegt es daran, dass schon seit Ewigkeiten keiner mehr vor meiner Tür stand, oder bin ich aus der Übung? Bin ich noch zu retten? Bin ich vielleicht krank? Muss gleich mal Fieber messen…
So ein kribbelndes Gefühl… Mai 22, 2008
Posted by Schildmaid in Gemischtwarenladen.add a comment
Der schönste Ort morgens um halb sieben ist das Bett. So wohlig warm und kuschelig, gemütlich und muckelig ist es nur zwischen dem ersten und zweiten Weckerklingeln. Und auch noch danach, wenn ich den Wecker ignoriere.
Heute morgen gesellte sich zu der wohligen kuscheligen Wärme auch noch ein kribbelndes Gefühl. Frisch verliebt? Schmetterlinge im Bauch? Mein schlafumnebeltes Gehirn gibt sich den ersten Tagträumen hin.
Das dritte Weckerklingeln bringt mich in eine aufrecht sitzende Position und noch bevor ich zombiegleich den Tag beginnen kann, lässt der Schmerz in meiner Schulter mich alle Tagträume vergessen! Himmel, Arsch und Zwirn, der Schmerz sitzt so tief, da sind doch eigentlich gar keine Muskeln mehr vorhanden, oder? Habe ich in Anatomie was verpasst?
Anatomie hin oder her, die aktuelle Schmerzlage lehrt mich eines Besseren. So tief die Verspannung auch sitzen mag, direkt unter der Haut fühlt sich der Schmerz anders an: Als ob ein dreckiges Dutzend Ameisen ihren Versorgungshighway zwischen meinem Kopf und meiner Schulter über nacht gebaut hat.
Irgendwie wird mir von diesem Kribbeln übel.
Und ich fühle mich heute… flügellahm.
