Rechner, oder womit nicht gerechnet wird
Diese Kategorie Nähkästchengeplauder ist eine feine Sache. Da fällt mir doch jene Begebenheit ein:
Ich sitze im Büro und knechte vor mich hin. Da höre ich von nebenan so seltsame Geräusche.
Bumm.
Bumm.
Bumm-Bumm-Schepper-Fluch-Bumm.
Also, fluchen kann ich gut. Braucht die Kollegin vielleicht Fluchhilfe? Ich gehe nachfragen. Und finde meine Kollegin vor ihrem niegelnagelneuen Laptop sitzend vor, während sie ihren niegelnagelneuen USB-Stick unter zu Hilfenahme eines großen Bürolochers und einiger Flüche versucht, in den USB-Port zu befördern.
K: “In meinen alten Rechner ging der doch so leicht rein, und hier nicht. Das verdammte Ding!”
S: “Das geht bei jedem Rechner leicht.”
K: “Nee, beim laptop nicht. Neumodischer Scheiß!”
S: “Darf ich das mal versuchen?”
Und denke mir: Ach du Scheiße! Die Daten sind bestimmt nicht mehr zu retten, nach dem Locherbeben Erdbeben, dass sie durchmachen mussten! Aber sie hat ja sicherlich eine Sicherungskopie gemacht und die Daten auf ihrem alten Rechner noch nicht gelöscht. Das wird schon. Ob der Stick noch mal funktionieren wird? Who knows? Wohl eher nicht.
Ich versuche also, den malträtierten USB-Stick aus dem USB-Port heraus zu nehmen.
Das war nicht der USB-Port. Sondern der Netzwerkkabel-Port!!!!!! Und Nein, so einfach kriege ich den da nicht raus! Werde ich den jemals heraus bekommen? Oh Himmel, hilf!
K derweil: “Schwafel, schwafel,… Hach, ich hätte ja nie gedacht, wie viele Daten auf so ‘nen kleinen Stift drauf gehen! Jetzt habe ich mal wieder richtig Platz auf meinem Rechner!”
Ihr ahnt es schon und ich mache es kurz: Die Daten waren einmal auf dem Stick, für ganz kurze Zeit. Bis zum Locherbeben. Ja, sie hatte die Daten sofort auf ihrem Rechner gelöscht. Nein, sie hat keine Sicherungskopie gezogen. Ja, ich habe den Stick aus dem Netzwerk-Port entfernen können. Ich habe sogar wider besseren Wissen versucht, den verbeulten USB-Stick in Position zu biegen, vorsichtig, mit dem Finger drauf klopfen (K:”Nimm doch den Locher! Damit geht das besser!”) Die Daten waren kaputt, der USB-Stick auch. Zwei Jahre Dokumentation für den Rundordner.
Und damals, wie noch heute, frage ich mich: Was hätte sie als Nächstes ausprobiert, um den USB-Stick in den vermeintlichen USB-Port zu befördern? Die Nagelfeile benutzt?
Merke: USB-Stick-Anschließen ist kein Kraftsport. Falls doch, machst du was falsch.

