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Ordnung ist das halbe Leben… April 8, 2008

Posted by Schildmaid in Gemischtwarenladen, Nähkästchengeplauder.
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sagte meine Mom immer. Ich habe diesen Spruch gehasst, sowohl als Kind als auch als Teenager. Dementsprechend sah mein Kinderzimmer immer aus, als ob da mindestens ein Photonentorpedo eingeschlagen hätte. Wenn nicht sogar mehrere…

In meiner Teenagerzeit wurde ich dann ordentlicher. Klar, zum ersten Mal verliebt und dann soll sich der Angebetete in dieses Chaos begeben? Zwischen Klamotten und Büchern auf mein Bett setzen? In dem nach Entropie strebenden Zimmer wohlmöglich noch meinen alten Lieblingsknuddelbären finden? Wie peinlich ist das denn? Mit fünfzehn! Also fix aufgeräumt, und Bettzeug ab in den Bettkasten, damit aus dem Bett ein Sofa werden kann. Aber nur, wenn Besuch anstand. Alles Andere hätte ja in Ordnungszwang ausarten können. Oder ein Erziehungsplus für meine Mom bedeutet. Das kann kein Teenager auf sich sitzen lassen!

In meinen twenty-somethings, als ich studienbedingt in einem WG Zimmer lebte, versuchte ich die beiden Hälften meines Lebens, Ordnung und Entropie, so richtig yin-yang mässig ins Gleichgewicht zu bringen. Das hieß also, dass mein Zimmer und der Schreibtisch tiptop aufgeräumt waren. Aber die kleine Ecke, in der meine Musikanlage stand, leistete der Ordnung gallischen Widerstand! Da durften die Cassetten und CD Hüllen treiben was die Entropie ihnen erlaubte! Erstaunlicher Weise habe ich in dem Chaos nie den Überblick verloren. Musste wohl ein Relikt aus meiner Kindheit sein, in der die Spielzeugkiste gähnende Leere aufwies, während das Zimmer…na, ihr wisst schon.

Und heute, in Zeiten des digitalen Musikgenusses, wo ich dank iTunes Ordnung halten kann bis zum Abwinken und die Musikanlage auf Grund der Existenz eines ipods nebst app.le-hi.fi Gerätes ein klägliches Restdasein hinter der Tür fristet… wo bleibt da mein universell verbrieftes Recht auf Streben nach Entropie? Sollte es etwa einem Ordnungsanankasmus zum willfährigen Opfer gefallen sein?

Nein. Heutzutage ist es mein Kühlschrank, der den gallischen Widerstand aufrecht erhält! Auf meinem Kühlschrank darf sich die Chaostheorie ungestraft neue Gesetzmässigkeiten ausdenken.

In meinem Kühlschrank bislang auch, doch seit gestern sieht es so aus. Sollte die letzte Bastion des gallischen Widerstandes gebrochen sein?

Wieder ein Nein. Aber ich zeige euch jetzt nicht, wie es unter meiner Spüle aussieht! Oder in meinem Bücherschrank. Im Gewürzregal? In der Schreibtischschublade? Im Büffetschrank?

Ein Hoch auf die Entropie und die andere Hälfte des Lebens…

Kommentare»

1. Silencer - April 8, 2008

5 Mal “Entropie” und ein neues Fremdwort in einem Artikel - und die Verschweigung der Tatsache, das auf obigem Bild der Kühlschrank geradezu AUFGERÄUMT ist.
Die Angst beim Vorbeigehen von Lawinen erschlagen zu werden, wenn die Sedimentschichten mal wieder eine Gesamthöhe von 50 Zentimetern überschreiten wird hier geflissentlich verschwiegen.
Oder das der Versuch, aus dem Kühlschrankgebirge einen einzelnen Gegenstand ans Licht zu zerren einem Jenga-Spiel gleicht.
So, das waren meine zwei Cent fürs Nählästchen :-)

2. Silencer - April 8, 2008

,,

…und hier werden noch die fehlenden Kommata nachgeliefert.

3. schildmaidontheloose - April 8, 2008

Lieber silencer: Wenn Sie auf meinem Kühlschrank Jenga spielen möchten, dann räumen Sie ihn doch bei der Gelegenheit gleich auf! :mrgreen: